Vom Wandern und Fahren
Da der eigentliche Reiz des Camino Mozárabe in seinen meist ruhigen, beschaulichen wie auch unwegsamen Wegstrecken liegt, war und ist er an sich den Fußpilgern vorbehalten. Radpilger müssen leider häufig bei schwierigen Abschnitten, die beispielsweise steil oder morastig sein können, auf die reizlosen und gefährlichen Landstraßen ausweichen. Da das Konzept dieser Kombi-Tour aber vorsieht, verkehrsreiche Landstraßen zu meiden und den ruhigen Wegen und Pfaden Vorrang zu geben, werden bei zu anstrengenden Strecken die Räder an das Begleitfahrzeug übergeben, um in Stille und Natur den Weg ungestört fortsetzen zu können.
So wird an den meisten Tagen sowohl gewandert als auch gefahren, doch wird für das Bestaunen der kleinen wie großen Besonderheiten auf dem Wege und in den Städten genügend Zeit bleiben. Zur Bewältigung der Strecken wird von den Teilnehmern ein normales Maß an Fitness und Kondition vorausgesetzt. Häufige Wechsel von Fußmarsch und Radfahrten verhindern einseitige körperliche Belastungen und werden als wohltuend empfunden.
Das eigene Tempo
Da die Reise in Kleingruppen (bis zu 8 Personen) durchgeführt wird, kann genügend tägliche Flexibilität und Individualität in der Streckeneinteilung erreicht und gewährleistet werden. Das bedeutet, dass nicht unbedingt in einer geschlossenen Gruppe gefahren bzw. gelaufen werden muss, sondern man durch zeitlich versetztes Starten sein eigenes Tempo und Ankommen bestimmen und bei Bedarf einfach mal allein unterwegs sein kann.
Auf eine Streckenbegleitung wird angesichts der guten Wegmarkierungen absichtlich verzichtet. Das stete Herlaufen hinter einer Leitperson widerspräche dem besonderen Erlebnischarakter dieser Reise und führte schnell zu ungewünschten Einengungen. Eine tägliche Vorbesprechung und die Mitnahme von speziellen Streckenkarten gewährleisten überdies ein hohes Maß an Sicherheit.
Der Altersdurchschnitt der Reiseteilnehmer liegt zwischen 55 und 65 Jahren, das Programm wurde von Anfang an mit Erfolg auf diese Zielgruppe hin ausgerichtet.
Wichtig für manchen Interessenten unserer Reisen ist die Tatsache, dass es jedem Reiseteilnehmer unterwegs möglich ist, bei Unpässlichkeiten Teilstücke des Programms im Servicefahrzeug zu überbrücken. Dieser psychologische Rückhalt wird vor Ort zwar selten beansprucht, erfreut sich jedoch stets im Vorfeld längerer Etappen oder wettermäßiger Unsicherheiten.
Das eigene Rad
Da man zumeist sein gewohntes
Fahrrad liebt und mit diesem vertraut ist, sollten die Reiseteilnehmer zum
Vorbereitungstreffen ihre eigenen Räder mitbringen und an die Reisebegleitung
übergeben, damit diese später mit dem Rad- und Gepäckanhänger zum Einsatzort
gebracht, täglich während der Laufstrecken transportiert und abschließend nach
Deutschland befördert werden (Übergabe nach Absprache).
Die Vielfalt an Modellen ist mittlerweile ausgesprochen groß. Empfohlen wird ein
technisch einwandfreies, eher leichtes Tourenrad, eine Schaltung
mit mindestens 7 Gängen sowie tadellose Bremsen. Für schlechtes Wetter sind
Schutzbleche und abwaschbare Sattel notwendig. Die Auswahl der Radstrecken ist
auf normale Tourenräder zugeschnitten. Übertrieben breite Geländereifen und
überdimensional eigenwillige Rahmengrößen bereiten häufig Schwierigkeiten bei
der Verladung, weshalb möglichst davon abgesehen werden sollte. Sonst bitte
vorher anmelden! Wichtige funktionale Teile wie Schalt- und Bremshebel sollten
stabil und gegen Sturz gesichert sein.
Technische Kenntnisse (Luftpumpen, Plattenflicken, Ketteauflegen) werden
vorausgesetzt, größere Probleme lassen sich in Fahrradläden beheben.
Das Klima
Meist wird unsere Tour über
den nordwestspanischen Teil der Vía de la Plata im Monat September durchgeführt.
In dieser Jahreszeit bestimmt ruhiges Spätsommerwetter das Klima.
Zunächst bewegt sich der Weg noch am Rande der kastilischen Hochfläche (Meseta /
800 m) und führt dann immer mehr in die Höhenlagen des galicischen Berglandes
mit Höhen um 1300 m, bevor er die Hügellandschaften nahe des Atlantiks erreicht
(200 m). Somit sind auch die Temperaturen im Verlauf der Reise recht
unterschiedlich.
Die Verpflegung
So oft es die Wetterverhältnisse und Örtlichkeiten zulassen, werden die Frühstücke auf den mitgeführten Sitzgelegenheiten im Freien eingenommen. Gereicht werden landestypische Speisen und mitgebrachte Zutaten wie Vollkornbrot, Müsli usw. Diese Mahlzeiten, die abwechselnd auch als Brunch angeboten werden, sind meist kräftig und opulent, so dass sie über Stunden hinweg als sättigend gelten.
Teilweise erfolgt die Mittagsverpflegung in Form eines Picknicks. Durch die Verfügbarkeit von Tisch und Bänken ist es jederzeit möglich, spontane Picknicks zu arrangieren und Mahlzeiten an günstigen Plätzen einzunehmen. Die Kosten der frisch und preiswert auf den Märkten eingekauften Lebensmittel werden umgelegt. Streckenproviant lässt sich überall unterwegs besorgen, Bars bieten Bocadillos (belegte Brote) oder an. Jedem Teilnehmer steht es frei, sich selbst zu versorgen.
Da die Speisesäle der Lokale abends erst spät gegen 20.45 Uhr öffnen, werden an manchen Tagen warme Mahlzeiten schon zur Mittagszeit angeboten (13-15.30 Uhr). Meist sind dies empfehlenswerte Lokale mit preiswert und zügig servierten Menüs.
Doch soll es jedem Teilnehmer freistehen, sich bei gutem Wetter zu einem ruhigen Picknick im Grünen niederzulassen. Heiße Mittagsstunden lassen sich auf ruhigen Schattenplätzen gut überbrücken. Wer der verführerischen Küche nicht widerstehen kann, sollte wissen, dass wegen des nahen Meeres leicht verdauliche Fisch-Speisen angeboten werden. Manchem mag am Abend eine landestypische Gemüsesuppe (Caldo Gallego) oder Tortilla (spanisches Kartoffelomelette) genügen.
Dennoch sei schon hier ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es auch an den Abenden keine Gruppenzwänge gibt und man die Form des Abendessens selber wählen kann. Restaurantempfehlungen hält die Reiseleitung für die Abende bereit.
Kulinarisch hervorzuheben ist auch noch im Norden der einzigartige Schinken (Jamon serrano, besser: Jamon iberico, vor allem als 'Pata negra') von den schwarzen Schweinen des Südens. Ein besonderes Interesse wird den unterschiedlichen Weinen Galiciens gelten, vor allem den leichten Weißweinen Ribeiro und Albariño.
Das Übernachten
Als besonderer Gesichtspunkt bei der Auswahl der Unterkünfte gelten generell eine zentrale Lage und ein individuelles Ambiente. Häufig sind es gerade die kleineren Quartiere, die sich neben ihrer günstigen Lage durch persönliche Atmosphäre auszeichnen und einen Aufenthalt zum bleibenden Erlebnis werden lassen. Somit hat sich der Veranstalter gewissenhaft und erfolgreich bemüht, diesen Vorgaben gerecht zu werden.
Ein ruhiges und angenehmes Umfeld ist an sich Voraussetzung, doch zeigt die Erfahrung immer wieder, dass diese Erwartungen hin und wieder durch Feste oder andere unvorhersehbare Einflüsse sich nicht generell erfüllen lassen.
Alle Zimmer verfügen über einen guten Standard mit Dusche und WC.
Diverses
Als Reisebegleitung steht den Teilnehmern ein Fachmann zur Seite, der selbst den Camino gegangen und mit dem Fahrrad gefahren ist. Er weiß als Spanienkenner Rat bei alltäglichen Situationen und ist meist mit dem Begleitfahrzeug in hilfreicher Nähe.
Der 9-Sitzer-Bus kann auf Wunsch jederzeit Reiseteilnehmer bei Unpässlichkeiten aufnehmen.
Für die Reiseteilnehmer steht ein kombinierter Rad- und Gepäckanhänger zur Verfügung. Jedem wird für die Reise ein separates Gepäckfach der Größe 68 x 52 x 50 cm zugeteilt. Mittels eines ausgegebenen Schlüssels hat jeder Reiseteilnehmer so freien Zugang zu seinem abschließbaren Gepäckfach.
Um sich bereits vor der Reise kennen zu lernen und detaillierte Fragen zu erörtern, findet eine Woche vor der Abfahrt im Marburger Raum ein Vorbereitungstreffen mit der Reiseleitung statt. Hierbei können Rad und Gepäck vorab übergeben werden, um die Anreise unbeschwert mit dem Verkehrsmittel eigener Wahl anzutreten. Wenn eine Teilnahme an diesem Treffen aus Gründen übermäßiger Entfernung nicht möglich sein sollte, können Rad und Gepäck per Hermes-Spedition angeliefert werden.
Die schon vor der Reise in Deutschland ausgestellten Pilgerausweise verleiten zu manch lustiger Sammelleidenschaft, wenn es darum geht, die einzelnen Stationen des Weges mit Stempeln der Pilgerherbergen zu dokumentieren. Unterschiedlich und mehr oder weniger originell sind sie unvergessliche persönliche Erinnerung, zumindest aber Beleg und Grundlage für die Erlangung der offiziellen Pilgerurkunde (Compostela) in Santiago.
Zur Orientierung werden mit Zeit-/km-Angaben versehene detaillierte Streckenkarten ausgegeben.
An- und Abreise per Fernreisezüge bzw. mit dem Flugzeug (nach Madrid direkt mit germanwings.com, ryanair.com, Iberia,
Lufthansa / ab Santiago mit ryanair.com und Iberia über Madrid und airberlin.com
über Palma de Mallorca).
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